Bd. 24 Nr. 24 (2008): ZdF Nr. 24/2008

Alljährlich, wenn der 9. November herannaht, ist bald auch die Rede vom „Schicksalstag der Deutschen“. Novemberrevolution, Hitlerputsch, der geplante KPD-Aufstand, Pogromnacht und der Fall der Berliner Mauer stehen zwar nicht losgelöst voneinander im historischen Raum, doch Interpretationsgelüste von heutigen Deutern entspringen häufig einem hinterhereilenden Bedürfnis, sich auf Zeitgeisthöhe zu befinden, und nicht dem Bemühen, die Geschehnisse einzuordnen, zuzuordnen und damit einem solchen, in mehrfacher Hinsicht bedeutenden Tag gerecht zu werden.

Doch es sind nicht nur bestimmte Tage, in denen sich Geschichte verdichtet. Es sind auch die Jahreszahlen, die zum Nachdenken herausfordern. In Tschechien ist mit 2008 gerade ein „8er Jahr“ zu Ende gegangen, in dem sich die Tschechen ausgiebig ihren „Schicksalsjahren“ widmeten: 1918 – 1938 – 1948 – 1968. In Deutschland steht nun ein „9er Jahr“ an: 1919 – 1949 – 1989. In welchem Verhältnis stehen die Gründung der Weimarer Republik, die Doppelgründung von Bundesrepublik und DDR sowie am Ende der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung? Gibt es hier historische Bezüge? Welche aber wären das? Sicher ist, dass es in all diesen Auseinandersetzungen um eine Kernfrage ging, um die „Systemfrage“. Demokratie oder Diktatur lautet daher der Schwerpunkt dieser ZdF-Ausgabe.

Veröffentlicht: 2018-10-04

Rezensionen

  • Ute Schmidt, Bärbel Gafert, Bärbel Gafert, Klaus Schroeder, Caroline Fricke, Aribert Rothe, Klaus Schroeder, Michael Böhm, Michael Ploetz, Volker Strebel, Otto Wenzel, Tobias Voigt, Peter Erler, Angela Schmole, André Gursky, Gerold Ducke, Joachim Goertz, Volker Strebel, Christoph Wunnicke